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Deutschlandfunkkultur ersetzt Udo Pollmers Kolumne "Mahlzeit" 14-tägig mit Sarah Wiener

Veröffentlicht am 30.04.2018
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
mit Bestürzung habe ich festgestellt, dass Sie Udo Pollmers langjährige Kolumne "Mahlzeit" auf eine 14-tägliche Erscheinungsweise umgestellt haben. Im wöchentlichen Wechsel teilen muss sich Herr Pollmer seinen Sendeplatz nunmehr mit Sarah Wiener.
 
Herr Pollmer hat in den vielen Jahren seiner Tätigkeit als Kolumnist eine unvergleichliche Kombination aus anschaulicher Wissenschaftlichkeit, aufklärerischem Verbraucherschutz und beißender Polemik geliefert und seine Angriffslust nie verloren. Er ist ein gleichsam anerkannter und streitbarer Wissenschaftler - schillernde Figur und trockener Faktenliebhaber, flapsig im Tonfall und wissenschaftlich präzise zugleich. Wo gibt es sonst eine so bissige Kolumne, die nicht selten mit mehr als zehn Literaturverweisen aufwartet? Dass er sich nicht überall Freunde, sondern vielmehr viele Feinde gemacht hat, ist kein Zeichen von mangelnder Qualität, im Gegenteil. Legte er sich vor nunmehr über 30 Jahren mit als Erster in Deutschland mit der Lebensmittelindustrie an ("Iß und Stirb!"), liegt sein Fokus mittlerweile auf Gesundheitsaposteln und Moralisten und deren Weissagungen. Dabei wollen ihn die jeweiligen Vertreter von allen Seiten mal für sich instrumentalisieren, mal am liebsten aus der öffentlichen Diskussion verschwinden sehen - ein ganz und gar Unbequemer eben!
 
Wie man bewerten möchte, dass der Deutschlandfunk sich nun dazu entschlossen hat, Sarah Wiener eine ähnliche Plattform zu bieten, kann dahinstehen. Schade ist aber, dass sie als Kontrastierung Pollmers eingesetzt wird und ihm somit auch noch seine Sendezeit um die Hälfte verkürzt. Sie kann mit nichts von dem, was Udo Pollmer bietet, mithalten. Sie ist mit den Worten moralinsauer, bauernschlau und dummdreist wohl am besten beschrieben. So gibt sie gern ihre Aufsteigerstory als Self-made Woman zum besten, natürlich nicht ohne eine gehörige Portion sozialdarwinistischer Verachtung für diejenigen, die es (natürlich durch eigenes Verschulden) nicht schafften, sich "hochzuarbeiten": "Ein Hartz-IV-Empfänger könnte sich [Bio-Hähnchen] auch leisten. Allerdings nicht jeden Tag und nur, wenn er sich nicht lieber DVDs ausleiht oder einen Flachbildschirm fürs Kind kauft." Ihre öffentlichen Auftritte erschöpfen sich in belanglosem und unqualifiziertem Dahergerede, sie ist ein wahrhaftiges Kind der Talkshowindustrie mit dem Esprit des Unteren-Mittelschicht-Biedermeiers.
 
Sarah Wiener kann das, was sie zu sagen hat, nicht auf besonders herausragende Weise rüberbringen, sie ist nicht besonders glaubwürdig, es ließen sich dutzende Experten und "Experten" finden, die das, was sie zu sagen hat, besser sagen und vertreten könnten. Denn: Sie befindet sich mit ihren Überzeugungen mitten im Mainstream. Gegen diesen Mainstream argumentiert Udo Pollmer an, und das seit Jahrzehnten. Er arbeitet sich an einem immer größer werdenden Feld der jounalistischen Betätigung ab: Ernährungs- und Gesundheitsthemen, ein Feld, das durch riesiges Sendungsbewusstsein bei gleichzeitiger Faktenarmut auffällt. Sarah Wiener steht für das, wogegen Udo Pollmer argumentiert. Aber im Gegensatz zu Udo Pollmer geht ihr jegliche Vorkämpferschaft für Themen ab. Sie plappert einfach nur das ewiggleiche Gerede der populären Gesundheitsliteratur, Talkshows, Diätratgeber und Moralapostel nach. Überhaupt die Idee, man müsse einen meinungsstarken Querkopf wie Udo Pollmer direkt in Bezug setzen, kontextualisieren und kontrastieren und man könne seine Meinung offensichtlich nicht so stehen lassen: Dies ist das billigstmögliche Verständnis des Neutralitätsgebots im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Denn: Überall sonst ist die veröffentlichten Meinung schließlich die Meinung, die auch Sarah Wiener vertritt.
 
Halten Sie an einem ihrer profiliertesten Kolumnisten fest und füllen Sie Ihren Bildungsauftrag so mit Leben! Geben Sie Herrn Pollmer seinen festen, wöchentlichen Sendeplatz zurück!
 
Mit freundlichen Grüßen
Edgar Schröer
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Sündige statt mündige Verbraucher von morgen.

Veröffentlicht am 24.04.2015

Kommentar zum Dossier "Essen mit Kindern" erschienen in der Dezember-Ausgabe des Slow-Food Magazins

Artikel: Essen in der Familie. / Essen und Kochen als Bildungauftrag. Standpunkt von Ursula Hudson. / Es geht um viel mehr als nur Nährstoffe

 

Beim Lesen der oben genannten Artikel habe ich mir verwundert die Augen gerieben und mich gefragt, ob ich wirklich das Slow-Food-Magazin in den Händen halte. Da wird statt dem angekündigten „Entspannt Euch“ die ganz große Moralkeule geschwungen, und bei Nichtbefolgung der Ernährungsratschläge droht nicht nur die individuelle, sondern gleich die gesamtgesellschaftliche Katastrophe. Die Botschaft ist klar: Essen nach Vorgaben der Fachgesellschaften macht gesund und das spart Kosten. Das ist so bekannt wie unbewiesen, aber wieso im Slow-Food-Magazin?

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Diplom-Oecotrophologe Edgar Schröer GAP-Zentrum Schwanallee 17  35037 Marburg

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