Ernährungsberatung gelingt, wenn außer den physiologischen auch alle anderen Aspekte des Essverhaltens berücksichtigt werden. Die Informationsvermittlung darüber, was „gesunde“ und „richtige“ Ernährung ist, beeinflusst das Verhalten kaum. Im Gegenteil, die derart beratenen Menschen werden dadurch eher verunsichert und sie bewerten ihr Essverhalten, ohne es zu ändern.
Das ist nicht hilfreich und daher ist es in der Beratung wichtig, auch die psychischen Aspekte, die beim Essen eine Rolle spielen, zu berücksichtigen. Also der Frage nachzugehen, warum Menschen das essen, was sie essen. Dieses Wissen hilft dabei, das Essverhalten mehr und mehr intuitiv zu steuern. Denn wie die Forschung immer mehr zeigt, gibt es keine gesunden oder ungesunden Lebensmittel. Was für den einzelnen gesund ist, kann nur dieser selbst wissen. Über die Sinne, mit dem Genuss und anhand der Bekömmlichkeit teilt der Körper mit, was das Richtige für ihn ist. Es gilt also, die Signale des Körpers wahrnehmen und einordnen zu können. Doch allzu häufig ist diese Wahrnehmung auch überlagert. Das ist z.B. der Fall beim emotionalen Essen. Dieses psychologische Muster treibt Betroffene dazu, zu essen, ohne dass physiologischer Hunger da ist und meist wird dann das gegessen, was gemeinhin als ungesund gilt. Statt sich den Gründen zuzuwenden, warum dieses Muster aktiv geworden ist, folgen Schuldgefühle, weil man sich nicht „unter Kontrolle“ hatte. Im Seminar werden Wege aufgezeigt, wie Patient:innen aus dem emotionalen Essen aussteigen können.
Für Beratende ist es dazu notwendig, die vielen Aspekte der Ernährungspsychologie kennenzulernen.
Zu einer wirkungsvollen Beratung gehört aber auch, dass Menschen sich tief verstanden fühlen. Dafür ist wichtig, den Patient:innen mit einer empathischen und wertschätzenden Haltung zu begegnen.
Die Themen dieser zwei Halbtagesseminare:
– Modelle des Essverhaltens
– Welche Rolle spielen Prägung, Erziehung, Kultur?
– Wie wirkt die Psyche auf das Essverhalten?
– Umgang mit emotionalem Essen.
– Einführung in die Grundlagen der klientenzentrierten Therapie.
Anhand von Fallbeispielen wird die praktische Umsetzung in den Beratungsalltag gezeigt.
Zielgruppe
Die Zielgruppe besteht in erster Linie aus in der Ernährungsberatung tätigen Menschen. Aber auch andere im Gesundheitswesen tätige Menschen können hier die Grundlagen der psychologischen Ernährungsberatung erhalten.
Termine 1.Teil: Dienstag, 10. März 9 bis 12.30 Uhr; 2. Teil: Dienstag, 24. März 9 bis 12.30 Uhr
Anmeldung über die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Ernährungspsychologie.